Bewahrung und Archivierung von Netzkultur am Fallbeispiel Joe Cartoon
Die frühen 2000er Jahre waren die Wild-West-Ära des Internets. Mittendrin: Joe Shields alias Joe Cartoon. Mit seinem Kulthit „Frog in a Blender“ wurde er zum ersten viralen Superstar, Jahre bevor Plattformen wie YouTube überhaupt existierten. Seine Werke waren keine passiven Filme, sondern interaktive Software-Artefakte, deren Pointe erst durch den gezielten Klick des Nutzers entstand.
Doch mit dem Ende von Adobe Flash im Jahr 2020 verschwand der natürliche Lebensraum dieser digitalen Kultur. Was in den Archiven bleibt, sind oft nur lineare Videos, die zwar die Oberfläche abbilden, aber die entscheidende User Agency vermissen lassen.
Das folgende Video-Essay beleuchtet dieses Paradoxon der Webarchivierung. Es analysiert die mechanische Seele von Klassikern wie dem „Gerbil in a Microwave“ und hinterfragt, warum das Internet eben doch vergisst, wenn lediglich Fassaden statt Funktionen gespeichert werden. Eine Untersuchung über den drohenden Verlust unserer digitalen Identität und die dringende Frage, wie interaktive Geschichte in einer linearen Welt lebendig bleiben kann.
Metadaten
Titel
Vom interaktiven Cartoon zum linearen Video
Autor
Benjamin Borrmann
Jahr
2025
Technischen Voraussetzungen
Standardbrowser
Erscheinungsort
Mainz
Webseite Joecartoon
Archivierte-Version
Quellen
Visualisiert teilweise unter Verwendung von Google Veo 3.1 (Generative Video-KI)
Voiceover: Synthetisiert via ElevenLabs (AI Audio Technology)

